Käptn's Dinner in Elmenhorst-Lichtenhagen

Freitag, Sonnabend, 4./5. Juli

Nach unserer vierwöchigen Tour durch Hessen sowie Unter- und Oberfranken sind nur wenige Tage vergangen, bevor wir unser rollendes Schlafzimmer abermals an den Haken nehmen und in Richtung Ostsee fahren.

Nach zügiger und entspannter Fahrt über die Autobahnen A 2, A 10 (Berliner Ring) und A 19 stehen wir nur wenige Kilometer vom Ostseestrand entfernt weder auf dem Grundstück der Familie B. in Elmenhorst-Lichtenhagen. Hauptgrund unserer Reise hierher ist eigentlich der 70. Geburtstag unseres Gastgebers, den wir heute Nachmittag in dessen Verwandten- und Freundeskreis ausgiebig feiern.

Am Vormittag nutzen wir das schöne Wetter und düsen mit dem Auto an den nur 6 Kilometer entfernten Strand von Warnemünde. Beim Versuch uns auf dem großen Parkplatz an der parallel zum Strand verlaufenden Straße ein Ticket zu ziehen, zeigt sich der scheinbar defekte Automat unerwartet spendabel und bricht den Vorgang mit einer Spende von einigen Euromünzen ab. Erst ein zweiter Versuch an einem anderen Automaten ist erfolgreich und wir sind völlig schuldlos um acht Euriken reicher....

Bei herrlichem Wetter bummeln wir zunächst am Strand und später auf der Seepromenade die paar Kilometer, vorbei am Hotel "Neptun", bis zum Warnemünder Leuchturm. Die Stadt lädt zur Warnemünder Woche ein und entsprechend groß ist das Gewusel auf der Promenade und am Alten Strom, wo man das maritime Flair besonders zu spüren bekommt. Als sich ein leichtes Hungergefühl einstellt, stärken wir uns bei Backfisch-Tilo mit Matjes und Backfisch. Dann bummeln wir noch ein wenig am Strom rauf und runter und lassen uns von einer lebenden Statue faszinieren, die als silberne Apfelfrau die Aufmerksamkeit vieler Zuschauer auf sich zieht. Nachdem die Muddi der grazilen Silberfrau ein paar Silberlinge in die Silberkassette getan hat und wir uns mit der Dame gemeinsam fotografieren lassen, wandern wir auf dem Strandweg die paar Kilometer zu unserem Parkplatz zurück.

Am Nachmittag steigt dann die Geburtstagsfeier unseres Käptn i. R. (in Ruhe), einem gebürtigen Gunsleber, so dass es bei edlen Getränken und gutem Essen viel über unseren gemeinsamen Heimatort zu erzählen gibt.

Um das schöne Wetter auszunutzen, werden wir morgen Vormittag wieder an den Warnemünder Strand fahren, bevor es dann am Montag heißt, Abschied zu nehmen und neue Ziele anzusteuern. 

Erholsame Tage auf dem Darß

Montag, 7. Juli

Fast eine ganze Woche genießen wir das herrliche Sommerwetter an der Ostsee. Nachdem die Muddi im ACSI-Katalog den einzigen Campingplatz an der Ostseeküste findet, der trotz Hauptsaison bis zum 12. Juli noch einen Rabatt für ACSI-Club-Mitglieder gewährt, steht unser Reiseziel mit Born auf dem Darß sehr schnell fest.

Noch vor der Schrankenschließzeit während der Mittagspause checken wir auf dem zu den Regenbogen-Camps zählenden Platz ein. Wir werden freundlich empfangen und zahlen zunächst für drei Tage mit 14 Euro pro Nacht, zuzüglich Kurtaxe den günstigen ACSI-Tarif. Andernfalls wären, wie auf den meisten Plätzen an der Küste etwa 36 Euro pro Nacht für ein Gespann mit zwei Personen fällig. Nach einem Rundgang über den etwas in die Jahre gekommenden und DDR-Charme ausstrahlenden Platz entscheiden wir uns für einen Stellplatz im Uferbereich C, der allerdings wegen des zwei Meter hohen Schilfbewuchs keine Sicht auf den Bodden gestattet und darüber hinaus pro Nach noch zusätzliche 1,50 Euro kostet. Nur im Schneckentempo können wir unser Gespann über holprige und zerbröselnde Plattenwege dorthin manövrieren. Obwohl das etwa 10 Hektar große Areal des Platzes nur spärlich besucht ist, wissen wir die Abgeschiedenheit unseres Stellplatzes zu schätzen. Nächste Nachbarn sind ein Pärchen aus Leipzig, das nach eigenen Angaben schon seit 30 Jahren hier zeltet und einige Saisoncamper aus Hamburg.

Schnell richten wir uns häuslich ein und verbringen die folgenden Tage entweder am 5 Kilometer entfernten Weststrand vor Ahrenshoop, oder an den endlos weißen Stränden zwischen Prerow und Zingst.

Ein Abendspaziergang durch Born endet letztendlich am Hafen, wo wir uns im Hafen-Bistro einmal mehr die regionalen Fischspezialitäten schmecken lassen.

Unser Ausflug nach Prerow dient neben dem mehrstündigen Aufenthalt am Strand auch dazu, in der örtlichen Arztpraxis unsere zur Neige gehenden Medikamente wieder aufzufrischen. Darüber hinaus erstehen wir im EDEKA unseren geliebten trockenen Frankenwein in der uns inzwischen vertrauten Boxbeutelabfüllung, mit dem wir diesen wunderschönen Tag beschließen. Ebenfalls beschließen wir, unseren Aufenthalt auf dem für uns preisgünstigen Campingplatz um zwei Tage zu verlängern. Davon kann uns auch ein starker Regenguss nicht abhalten, der aber nur für zwischenzeitliche Abkühlung sorgt.

Der Ausflug nach Zingst, wo wir zuletzt vor sage und schreibe 36 Jahren mit unseren Kindern waren, macht uns einmal mehr deutlich, wie schnelllebig unsere Zeit ist. Dennoch haben wir noch recht deutlich die Bilder vor Augen, als wir seinerzeit als junge Eltern mit unserem damals einjährigen Sohnemann und unserer die Sportkarre schiebenden damals sechsjährigen Tochter auf dem Deich zwischen Prerow und Zingst unterwegs waren.......... Click

Auch die Tage auf dem Darß vergehen wie im Flug. Auf unserem  über Rostock geplanten Heimweg schauen wir bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr in Rövershagen nochmal beim Erdbeer-Karl vorbei, weil wir während unseres Besuch nach Ostern dessen neue Aquarien verpasst haben. Zuvor gönnen wir uns dort ein leckeres und preiswertes Mittagessen und fahren nach etwa zwei Stunden in Richtung Rostock weiter, um in Dierkow Schwester und Schwager zu besuchen. Dort lassen wir uns am Nachmittag Kaffee und Kuchen schmecken und nehmen eine Einladung in ein Chorkonzert des Choralchores der St. Johannis-Kantorei Rostock gern an. So fahren wir an diesem lauen Sommerabend mit unseren Gastgebern nach Kühlungsborn und sind glücklich und zufrieden, zum Abschluss unserer Sommertour einem so tollen Konzert beigewohnt zu haben.

Tags darauf sind wir beizeiten auf der Autobahn und am frühen Nachmittag wieder zuhause.